Die Schneefallgrenze ist eine der wichtigsten Größen für alpine Tourenplanung. topo^alpin verwendet zwei verschiedene Methoden je nach Wettermodell.
snowfall_height (ICON EU & ICON D2)
Die DWD-Modelle ICON EU und ICON D2 liefern direkt die Variable snowfall_height — die Höhe, unterhalb der Niederschlag als Regen fällt. Diese Größe basiert auf der Feuchttemperatur (wet-bulb temperature) und ist physikalisch genauer als eine Interpolation der Trockentemperatur:
- Berücksichtigt Verdunstungskühlung beim Fallen der Schneeflocken
- Reagiert korrekt auf Isothermieschichten (0 °C-Grenze ≠ Schneefallgrenze)
- Direkt aus dem Modellgitter berechnet, keine Nachbearbeitung nötig
Wenn snowfall_height verfügbar ist, ersetzt es die Drucklevel-Interpolation als primäre Schneefallgrenze für ICON und ICON D2.
Drucklevel-Interpolation (GFS, ECMWF, AIFS)
Für Modelle ohne snowfall_height wird die Nullgradgrenze aus den Temperaturen auf den Druckflächen 850 hPa und 700 hPa interpoliert:
Diese Methode verwendet die Trockentemperatur und kann die tatsächliche Schneefallgrenze um 100–300 m überschätzen, besonders bei hoher Luftfeuchtigkeit.
Ensemble-Berechnung
Die Schneefallgrenze im Meteogramm ist der gewichtete Durchschnitt der aktiven Modelle:
| Modell | Methode | Gewicht |
|---|---|---|
| ICON EU | snowfall_height | 2.0 |
| ICON D2 | snowfall_height | 2.0 |
| ECMWF | Drucklevel-Interpol. | 1.5 |
| GFS | Drucklevel-Interpol. | 1.0 |
| AIFS | Drucklevel-Interpol. | 1.5 |
AROME liefert weder Drucklevel-Daten noch snowfall_height und ist daher von der Schneefallgrenzen-Berechnung ausgeschlossen.